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Jenseits der Entfernung: Wie virtuelle Erlebnisse neue Wege für das Lernen und den Zugang eröffnen können

  • 12. Aug.
  • 5 Min. Lesezeit


Der 12. August ist der Internationale Tag der Jugend – eine Gelegenheit, über die Herausforderungen, Ambitionen und Chancen nachzudenken, die das Leben junger Menschen auf der ganzen Welt prägen.


Das diesjährige Thema „Unterschiedliche Kontexte, gemeinsame Bestrebungen“ verdeutlicht eine einfache, aber eindringliche Tatsache: Junge Menschen wachsen zwar unter sehr unterschiedlichen sozialen, wirtschaftlichen und geografischen Bedingungen auf, doch viele von ihnen teilen ähnliche Bestrebungen. Der Zugang zu hochwertiger Bildung, Teilhabemöglichkeiten, sinnvoller Arbeit und die Aussicht auf eine bessere Zukunft sind Ziele, die Grenzen überschreiten.


Was sich jedoch unterscheidet, ist die Fähigkeit, diese Möglichkeiten zu nutzen.


Wo wir leben, welche Ressourcen uns zur Verfügung stehen und wie mobil wir sind all das kann Einfluss darauf haben, welche Orte wir entdecken, welche Erfahrungen wir machen und wie wir lernen. Ein Museum, eine kulturelle Sehenswürdigkeit, eine Ausstellung oder ein Bildungserlebnis mag für den einen relativ leicht zu erreichen sein, für den anderen hingegen Tausende von Kilometern entfernt oder finanziell unerschwinglich.


Gemeinsame Ziele bedeuten nicht immer gleiche Chancen.


Und das wirft für diejenigen unter uns, die mit Technologie und Erlebnisgestaltung arbeiten, eine interessante Frage auf: Können virtuelle Umgebungen dabei helfen, neue Zugänge zu schaffen?



Wenn räumliche Distanz zum Hindernis wird


Die physische Anwesenheit hat etwas Unersetzliches.

Durch ein historisches Gebäude zu schlendern, vor einem Kunstwerk zu stehen, eine Ausstellung zu erkunden oder ein Erlebnis mit anderen Menschen zu teilen all das spricht uns auf eine Weise an, die sich digital nur schwer nachbilden lässt.

Doch physische Erlebnisse bringen auch physische Einschränkungen mit sich.

Reisen kostet Geld. Geografische Gegebenheiten schaffen Distanz. Veranstaltungsorte haben eine begrenzte Kapazität. Manche Erlebnisse gibt es nur in bestimmten Städten oder Ländern. Auch persönliche Umstände können das Reisen erschweren oder unmöglich machen.

Für viele Menschen geht es daher nicht unbedingt um die Wahl zwischen einem physischen oder einem virtuellen Erlebnis.

Manchmal geht es vielmehr um die Wahl zwischen einem virtuellen Erlebnis und gar keinem Erlebnis.

Hier kann immersive Technologie eine neue Perspektive auf Barrierefreiheit eröffnen.

Anstatt zu fragen, ob virtuelle Erlebnisse physische ersetzen können, ist die Frage vielleicht interessanter, ob sie deren Reichweite erweitern können.



Eine Tür öffnen, wo zuvor keine war


Virtuelle Umgebungen ermöglichen es, einen Ort zu erkunden, ohne physisch dorthin reisen zu müssen. Sie können einem Publikum unabhängig vom Standort kulturelle, pädagogische und interaktive Inhalte näherbringen und Erlebnisse schaffen, die in der physischen Welt nur schwer oder gar nicht zu reproduzieren wären.


Bei Brainlab Fira ist dies eine der Möglichkeiten, die wir mit Brainlaverse ausloten: immersive virtuelle Umgebungen nicht nur zur Nachbildung physischer Räume zu nutzen, sondern neue Wege zu erkunden, wie Menschen auf Inhalte zugreifen, diese entdecken und mit ihnen interagieren können.


Ein virtueller Besuch wird niemals genau dasselbe sein wie der Aufenthalt am physischen Ort – und das muss er auch nicht.


Sein Wert kann woanders liegen.


Er kann jemandem eine Chance bieten, der aufgrund von Entfernung oder Kosten nicht reisen kann. Er kann es ermöglichen, ein Erlebnis einem Publikum zugänglich zu machen, das über die Kapazität oder die geografischen Grenzen eines Veranstaltungsortes hinausgeht. Und er kann neue Wege schaffen, Informationen zu erkunden, mit Inhalten zu interagieren und ein Thema zu entdecken.


Mit anderen Worten: Immersive Technologie kann dabei helfen, eine Tür zu öffnen, wo zuvor keine war.



Vom Zugang zu virtuellen Lernerfahrungen


Was wäre, wenn man für den Besuch einer historischen Stätte nicht immer physisch vor Ort sein müsste?


Durch virtuelle Umgebungen können Kultur- und Bildungsorte aus der Ferne zugänglich gemacht werden, sodass Nutzer einen Ort nicht nur sehen, sondern auch erkunden und die Geschichten dahinter entdecken können.


Ein Beispiel innerhalb von Brainlaverse ist ein virtuelles Erlebnis, bei dem Nutzer die historische spanische Burg Montcortès erkunden und dabei Informationen über ihre Geschichte und Bedeutung erhalten können.


Erkundung einer historischen spanischen Burg durch ein interaktives Brainlaverse-Erlebnis.

Dieses Potenzial wird besonders interessant, wenn wir über Bildung nachdenken.


Lernen muss nicht unbedingt bedeuten, nur Informationen zu lesen oder Inhalte auf einem Bildschirm anzusehen. Virtuelle Umgebungen können es Menschen ermöglichen, zu erkunden, zu interagieren und durch Erfahrungen zu lernen.


Stellen Sie sich vor, Sie würden einen historischen Ort besuchen, der Tausende von Kilometern entfernt ist, ohne das Klassenzimmer zu verlassen. Eine virtuelle Umgebung erkunden, die um ein wissenschaftliches Konzept herum gestaltet wurde. Durch eine Ausstellung spazieren, die physisch in einem anderen Land existiert. Oder mit Objekten und Informationen auf eine Weise interagieren, die in der Realität nicht möglich wäre.


Diese Erfahrungen können das Lernen von etwas, das wir passiv konsumieren, in etwas verwandeln, das wir aktiv erkunden.


Und da die Umgebung selbst digital ist, muss die Erfahrung nicht unbedingt die Einschränkungen der physischen Welt nachbilden. Objekte können in ihrer Größe verändert werden. Informationen können kontextbezogen erscheinen. Verschiedene Szenarien können simuliert werden. Nutzer können sich in ihrem eigenen Tempo durch eine Geschichte bewegen.


Die Frage geht daher über die bloße Bereitstellung eines virtuellen Zugangs zu einem physischen Ort hinaus.


Wie können wir immersive Technologien nutzen, um Wissen erfahrbarer und zugänglicher zu machen, ohne dass physische Anwesenheit eine Voraussetzung ist?



Gemeinsames Lernen in virtuellen Räumen


Der Zugang zu Bildungsinhalten ist nur ein Teil des Ganzen. Virtuelle Umgebungen können auch zu Räumen werden, in denen gemeinsam gelernt wird.


Dies ist ein Bereich, den Brainlaverse mit seiner Funktion für private Klassenzimmer weiter erforscht. Diese ermöglicht es Lehrkräften, spezielle virtuelle Lernräume für Schülergruppen zu erstellen.


In diesen Räumen stehen Pädagogen Werkzeuge zur Verfügung, um die Lernerfahrung zu organisieren und zu verwalten – von Schülergruppen und Aufgaben bis hin zu Quizzen, Herausforderungen, Feedback und virtuellen Exkursionen. Das bedeutet, dass immersives Erkunden nicht getrennt vom Unterrichtserlebnis stattfinden muss. Es kann Teil eines strukturierten Lernprozesses werden.


  • Die privaten Klassenzimmer von Brainlaverse verbinden Tools für Lehrkräfte mit interaktiven Lernakti
  • Beispiel für ein Quiz

Zusammen können diese Möglichkeiten einen stärker vernetzten Lernprozess schaffen.


Ein Lehrer könnte eine Gruppe von Schülern in eine gemeinsame virtuelle Umgebung führen, mit ihnen einen virtuellen Ausflug zu einem historischen Ort unternehmen und anschließend mithilfe interaktiver Aktivitäten, Aufgaben oder Quizfragen das Gelernte vertiefen.


In diesem Zusammenhang leistet immersive Technologie mehr, als den Schülern nur etwas Neues zum Anschauen zu bieten. Sie schafft einen gemeinsamen Raum, in dem sie gemeinsam erkunden und lernen können. Und wenn das physische Ziel weit entfernt oder schwer erreichbar ist, kann dieser gemeinsame virtuelle Raum einen alternativen Weg zur Entdeckung bieten.



Barrierefreiheit bedeutet mehr, als etwas einfach nur online zu stellen


Natürlich wird ein virtuelles Erlebnis nicht automatisch inklusiv, nur weil es geschaffen wurde.

Digitale Umgebungen haben ihre eigenen Barrieren. Der Zugang zu Geräten und zuverlässigen Internetverbindungen ist nicht für alle gewährleistet. Die digitale Kompetenz variiert, und bei der Gestaltung eines Erlebnisses müssen Barrierefreiheit, Sprache und Benutzerfreundlichkeit berücksichtigt werden.


Technologie kann bestimmte Barrieren beseitigen, während sie unbeabsichtigt andere schafft.

Deshalb muss Inklusion bereits bei der Gestaltung eines Erlebnisses ansetzen und nicht erst bei der Auswahl der Technologie, mit der es bereitgestellt wird.


Wer wird darauf zugreifen können? Welches Gerät wird dafür benötigt? Wie intuitiv ist das Erlebnis? Können Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten daran teilnehmen? Sind die Inhalte für verschiedene Zielgruppen verständlich?

Diese Fragen sind entscheidend, wenn virtuelle Erlebnisse den Zugang wirklich erweitern sollen, anstatt lediglich eine weitere technologische Ebene hinzuzufügen.



Unterschiedliche Kontexte, mehr Möglichkeiten zur Teilhabe


Der Internationale Tag der Jugend erinnert uns daran, dass junge Menschen nicht alle vom selben Ausgangspunkt aus starten.


Technologie allein kann wirtschaftliche Ungleichheit, geografische Barrieren oder ungleichen Zugang zu Bildung nicht beseitigen. Auch sollte eine virtuelle Erfahrung nicht als Ersatz für jede reale Erfahrung dargestellt werden.


Technologie kann uns jedoch zusätzliche Möglichkeiten bieten, Wissen, Erfahrungen und Chancen zu teilen.

Diese Unterscheidung ist wichtig.


Die bedeutendste Rolle immersiver Technologien besteht vielleicht nicht darin, die physische Welt zu ersetzen, sondern das Mögliche über ihre Grenzen hinaus zu erweitern: Menschen die Möglichkeit zu geben, einen Ort zu erkunden, den sie nicht erreichen können, etwas zu entdecken, dem sie sonst vielleicht nie begegnen würden, oder durch eine Erfahrung zu lernen, die ihnen zuvor nicht zugänglich war.


Das Thema des diesjährigen Internationalen Tages der Jugend lautet „Unterschiedliche Kontexte, gemeinsame Ziele“. Vielleicht besteht unsere Rolle als Designer und Technologen darin, darüber nachzudenken, wie wir mehr Wege zu diesen Zielen schaffen können.


Denn wir sind vielleicht nicht in der Lage, jede Barriere zu beseitigen.


Aber wir können weiterhin neue Türen entwerfen.

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